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MAGAZIN HUNDEREPORTER


José Arce - Therapeut für Hund und Mensch
Der Spanier ist ein „Brückenbauer“ der dem Menschen hilft, eine wahre Verbindung zu seinem Hund aufzubauen, indem er das eigentliche Problem erst einmal beim Zweibeiner aufspürt .. 
José Arce wurde in Palma de Mallorca geboren und lebte in seinem Elternhaus immer mit Hunden. So hatte er seit frühester Jugend Kontakt zu den Tieren und arbeitete schon als Kind mit auffälligen, dominanten, ängstlichen oder auch aggressiven Hunden, was ihn sehr geprägt hat.
Heute ist José, der fließend spanisch, deutsch und englisch spricht, Mensch- Hund- Therapeut und lebt in der Inselmitte. Auf einem 8.500 m2 großem Gelände, fernab des touristischen Getümmels. Dort hat er seinen Jugendtraum, ein leben mit und für Tiere zu führen, wahr gemacht. Nachdem José viele Jahre erfolgreich Menschen und Hunden geholfen hat, eröffnete er 2008 sein Reha Center auf Mallorca. 
José Arce deckt mit seiner Therapie Fehler, Missverständnisse und Traumata beim Menschen auf- und hilft so direkt dem Hund. Er ist ein „Brückenbauer“ und kann zu Hunden eine wahre Verbindung aufbauen und so den Menschen erklären, wie ein Hund richtig zu verstehen ist. dabei zeigt die Therapie von José Arce den Weg zu einer fundierten Beziehung, welche zum Hund führt über die Instinkte des Hundes, aber auch über die des Menschen. dabei nutzt er auf intuitive Weise die ursprüngliche Form der Kommunikation zwischen Mensch und Hund. diese „sprachfrei“ Kommunikation kommt ohne unnötiges Beiwerk wie Futterbelohnungen oder harte Regeln aus. 
2014 veröffentlichte er seinen ersten Ratgeber „Meine 5 Geheimnisse für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung“ und im Februar 2016 folgte sein zweites Buch „José Arcés Praxisbuch“, im September 2017 erschien dann das dritte Buch, „José Arcés Welpenbuch“. 
José Arces Methode, der „Strukturierte Spaziergang“
Die täglichen Spaziergänge sind ein idealer Zeitpunkt, um dem Hund zu zeigen, wer in der Beziehung die Verantwortung inne hat. Wer sich dabei an ein paar klare Strukturen und regeln hält, hilft seinem Vierbeiner dabei, in seine natürliche Rolle zu finden und das Leben stressfrei zu genießen. Richtig Spazierengehen ist der Schlüssel zu einem besseren Miteinander von Mensch und Hund.
Mithilfe des strukturieren Spaziergangs erlangst du beim gemeinsamen Spaziergang recht bald die Kontrolle wieder. der Hund ist glücklich, weil er dir folgen und damit die Verantwortung an dich abgeben darf. Dadurch entschärfen sich übrigens auch mögliche Konflikte mit anderen Hunden. Weil dein Vierbeiner nicht ständig die Lage checken und für deine Sicherheit sorgen muss, kann er Artgenossen entspannt gegenübertreten. Solange er die Führung übernehmen „muss“, ist das häufig nicht der Fall. Denn dann entscheidet der Hund selbst, wie er sich dem anderen gegenüber präsentieren möchte. 
Josés Methode für alle, die die Balance zwischen sich und ihrem Hund (wieder) herstellen wollen, lautet:
Gehe strukturiert spazieren. Vielleicht erschreckst du jetzt, weil das Wort Struktur für viele von uns ähnlich negativ besetzt ist wie die Begriffe Anführer oder Disziplin. Dabei bedeutet es doch nur, dass du den Spaziergang strukturierst, den Hund führst und ihm so klar die Richtung vorgibst. Etwa 90 Prozent des Spaziergangs bleibt der Hund dabei konzentriert bei dir, die restlichen zehn Prozent hat er „frei“, kann sich lösen, herumschnüffeln, spielen, sich ausruhen, andere Hunde treffen ... je mehr Probleme du haben desto mehr Struktur solltest du geben. Damit meint José natürlich auch, dass wenn du wenig Probleme hast, du auch weniger Struktur geben brauchst. Höre dazu auf dein Bauchgefühl. 
Ganz praktisch könnte ein derartiger strukturierter Spaziergang so aussehen: Du verlässt das Haus oder steigst aus dem Auto und führst deinen Hund erst einmal 15 Minuten mit oder ohne Leine. In dieser Zeit soll der Hund nichts auf eigene Faust unternehmen. Er soll keinen anderen Hund begrüßen, es sei denn, du willst das auch (beziehungsweise du willst dich mit dessen Frauchen oder Herrchen unterhalten), er soll nicht rennen, hüpfen, spielen ... Kurzum: in dieser Zeit hat der Hund nichts anderes zu tun, als dir zu folgen und neben dir herzulaufen und genau dabei arbeitet er. In seinem Kopf ist diese für uns scheinbar doch simple Sache nämlich natürliche Arbeit. Arbeit nach seinem natürlichen Instinkt. Ist die Zeit um, bleibst du an einem schönen Plätzchen stehen oder setzt dich hin. Der Instinkt des Hundes sagt ihm, dass jetzt die Zeit gekommen ist, all das zu tun, wofür vorher keine Zeit war, weil er ja arbeiten musste. Jetzt kann er herumschnuppern, sein Geschäft erledigen, sich hinlegen oder spielen, während du ihn beobachtest, die Ruhe genießt oder dich einfach ein wenig in der Sonne bräunst. Nach fünf Minuten rufst du deinen Hund dann zu dir und ihr geht Seite an Seite zurück. Und das Ganze machst du am besten dreimal am Tag. Natürlich kannst du diese Art des Spaziergangs beliebig ausdehnen. José selbst ist oft viele Stunden mit seinen Hunden unterwegs. Wichtig ist aber auch dann, dass sich Phasen des Geführtwerdens und solche, in denen der Hund selbstständig die Umgebung erkunden kann, ablösen – wobei erstere überwiegen sollten.
Wie rasch sich Konflikte mit dem Hund allein dadurch in Luft auflösen, dass man beim Spazierengehen diese Struktur beachtet, erlebt José so gut wie jeden Tag mit seinen Kunden, unabhängig davon, dass der Hund sehr häufig vor allem draußen überhaupt erst Probleme macht. du kannst jedoch davon ausgehen, dass die Beziehung insgesamt nicht stimmt, wenn der Hund draußen „rebelliert“. Es ist zum Beispiel häufig nur so, dass es zu Hause nicht auffällt, dass der Hund das Sagen hat. In den eigenen vier Wänden hat er nicht das Gefühl, ständig die Lage kontrollieren und auf dich aufpassen zu müssen. José würde an dieser Stelle aber wetten, dass ein Hund, der draußen die „Hose anhat“, auch bellt, wenn es an der Tür läutet oder rabatz macht, wenn Besuch kommt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. 
Ein Hund will bei seinem Menschen sein und etwas mit ihm unternehmen. Er will Teil der Familie sein. 
Auch einer seiner Kunden hat so einen Hund, der von der ganzen Familie heiß und innig geliebt wird, und der zu Hause absolut „unkompliziert“ ist. Sobald man aber mit ihm auf die Straße ging, gab es Probleme. Wenn ihm ein Fußgänger, Fahrradfahrer oder ein anderer Hund entgegenkam, drehte er völlig durch. Er bellte wie verrückt und stemmte sich so gegen die Leine, dass man ihn kaum halten konnte. Jeder Spaziergang wurde zu einem Spießrutenlauf und die Leute schämten sich, weil es ihnen nicht gelang, ihren Hund zu bändigen. Der Vierbeiner entschied, ob er die Menschen und Hunde, denen er begegnete, mochte oder nicht, wo geschnüffelt, wo gepinkelt und wohin gegangen wurde. José erklärte den Leuten, wie wichtig es wäre, den Spaziergang von Anfang an zu führen und zu strukturieren und so dem Hund die Sicherheit zu geben, dass es die Menschen sind, die entscheiden. Das beginnt nicht erst vor der Tür, sondern noch, bevor man das Haus oder die Wohnung überhaupt verlässt. Denn alles was mit Aufregung beginnt, wird mit Aufregung weitergehen und gerade beim Aufbruch herrscht oft heilloses durcheinander. Der Hund ist oft aufgeregt und der Mensch missversteht das als Zeichen dafür, dass er ganz dringend raus muss. Er versucht dann, die Sache möglichst schnell voranzutreiben und schaukelt durch die eigene Hektik die unruhige Stimmung noch weiter nach oben. Vermeintlich beschwichtigende Worte wie „Wir gehen ja gleich“, nützen da nicht viel, im Gegenteil. Der Hund versteht ihren Sinn nicht, sondern registriert nur den Tonfall, der kaum von Ruhe geprägt sein und daher auch kein Gefühl der Sicherheit vermitteln wird. Ein „echter“ Anführer würde nicht zulassen, dass Aufregung in seiner Gruppe herrscht, denn Aufregung bedeutet Stress. Es ist daher wichtig, dass man erst startet, wenn der Hund sich ruhig verhält und eine ruhige Position eingenommen hat.“ - José Arce

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