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Grenzen setzen





Meinen Hunden Grenzen zu setzen bedeutet nicht, dass ich meinen Hunden nie Zuneigung und Liebe zeigen darf. Es kommt auf den richtigen Moment an. Um den zu finden, helfen ein paar untrügliche Zeichen, die signalisieren, dass der Hund nicht seine eigenen Ansprüche durchsetzen will. Er setzt oder legt sich brav hin, legt die Ohren nach hinten, wendet den Blick ab, gähnt ... Jetzt dürfen Sie ihn streicheln, ihm ein Spielzeug oder Leckerli geben und mit ihm reden. Solange er aber aufgeregt und fordernd ist, würden all diese Dinge sein schlechtes Verhalten belohnen und die Balance zwischen Mensch und Hund aus dem Gleichgewicht bringen. Bevor Sie also etwas machen, worauf Sie gerade Lust haben, achten Sie darauf, wie sich Ihr Hund verhält. Der Mensch kann Mitleid verstehen und es verarbeiten. Ein Hund kann das nicht. Er interpretiert die Gefühle, die er so selbst nicht kennt, als Zeichen der Schwäche, was seine Unsicherheit noch verstärkt.
Was viele meiner Kunden immer wieder erstaunt, ist, dass Hunde nicht nur Zorn, Angst, Trauer oder Mitleid als Schwäche deuten. Auch positive Gefühle können im falschen Moment kontraproduktiv sein. Die meisten Hundehalter wollen mit viel Liebe und Zuneigung ihren Hund verwöhnen und erobern. Doch genau dieses ganz normale, menschliche Bedürfnis ist das Problem. Gerade weil wir unsere Hunde so sehr lieben, müssen wir ihre Hundenatur respektieren. Wir sollten nie vergessen, dass wir die meiste Zeit nur unser (!) Bedürfnis nach Zuneigung stillen, nicht das des Hundes. Hunde brauchen auch Liebe und Zuneigung, wie jedes Säugetier. Wir sollten jedoch nie vergessen, den Hund als Hund zu sehen. José Arce

© José Arce

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